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Chinesisches Porzellan für den Export

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P O Die flache Schale aus Porzellan steht auf einem schmalen Fußring. Sie weist einen deutlich abgesetzten Spiegel und einen breit angelegten, leicht nach außen gewölbten Rand mit einer wellenförmig geschwungenen Lippe auf. Der Dekor zeigt auf weißem Grund eine reiche Unterglasurmalerei in differenziert aufgemalten Kobaltblautönen. Den Spiegel beherrscht eine Lotusblüte in voller Blüte. Sie wird von stilisierten Wolkenbändern und einem breiten Streifen mit einem regelmäßig angelegten sogenannten »Paneeldekor« umkreist. Das Ornamentband bezeichnet eine Folge von nebeneinandergesetzten Kartuschen, die nach oben blattartig enden. Sie rahmen die Darstellung von wachsenden Blumen, die inmitten von Gestein und Gras anhand ihrer Blüten nahezu botanisch genau bestimmt werden können. Das Paneeldekor mit im Wechsel dargestellten Chrysanthemen, Hyazinthen, Narzissen und Rosen setzt sich auf der Fahne fort und zeigt auch dort alternierend Blumen in ihren unterschiedlichen Wachstumsstadien. Die Freiräume oberhalb der Paneele füllt ein geometrischer Dekor aus verzierten Rauten. Auf der Rückseite geben sich vier stilisierte Blütenzweige zu erkennen, die auf dem Boden durch die Porzellanmarke der »Kangxi«-Dynastie (1661-1722) ergänzt werden. Die Lotusblüte, das Paneeldekor auf der Fahne sowie die Marke weisen die Schale als ein typisches Exporterzeugnis der Qing-Dynastie (1644-1911) in der Periode Kangxi aus. Der üppige Dekor und die Auswahl an Blumen, die sich flächendeckend über die Schale ausbreiten, entsprachen sowohl dem Geschmack einer wohlhabenden Kundschaft in Europa als auch in der islamischen Welt. Die »Blau-Weiß-Ware« ist vielleicht der bekannteste Beleg für einen weltweiten Kulturtransfer. Das hierfür benötigte Farb- bzw. Oxidpigment Kobaltblau und seine Verwendung als Glasurfarbe zu Dekorationszwecken lassen sich zunächst im Alten Ägypten und im Alten Persien nachweisen. Über viele Jahrhunderte galt die »Smalte« (gepulvertes Kobaltglas) - im 19. Jahrhundert auch unter der Bezeichnung »Muhammedanisch Blau« geführt - als Exportschlager und wurde weltweit teurer als Gold gehandelt. Nachdem der Farbstoff in China bekannt geworden war, wurde er zur Bemalung von Porzellan eingesetzt. Im 14. Jahrhundert erlebte die Produktion des chinesischen Blau-Weiß-Porzellans ihren ersten Höhepunkt. Von hier aus gelangte sie in andere Gebiete Ostasiens, nach Persien, ins Osmanische Reich und schließlich nach Europa, wo sie das Porzellan-Kabinett von Herrschern und Fürstenhöfen unterschiedlicher Kultur und Religionszugehörigkeit schmückte. Die Ware mit ihrem charakteristischen Dekor wurde nicht nur in diverse Reiche exportiert, sondern auch massenhaft imitiert, sei es in Porzellan oder Fayence. So bildet das chinesische Blau-Weiß-Porzellan für die Geschichte des europäischen und »außereuropäischen« Kunsthandwerks eine durchgängige Konstante, das bis heute nichts von seiner Faszination eingebüßt hat. Literatur: WeltKultur / Global Culture. Führer durch die kulturgeschichtliche Abteilung, hrsg. vom Badischen Landesmuseum, Karlsruhe 2014, S. 81, Abb. 89.
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