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Begehrter Seidensamt aus dem Osmanischen Reich

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P O Das Fragment eines leuchtend roten Seidensamts mit Metalldrahtstickerei zeigt ein versetztes Achtpass-Sternmuster, in das naturalistische und für das Osmanische Reich (um 1299-1922) typische Blumenmotive wie Nelken und Hyazinthen abwechselnd eingebunden sind. Der Samt wurde zu einer orthodoxen Kasel (»phelonion«) umgearbeitet. Schon im 15. Jahrhundert hatte der Warenverkehr zwischen Orient und Okzident einen neuen Höhepunkt erreicht. Sowohl der nördliche Mittelmeerraum als auch Ost- und Nordeuropa unterhielten Handelsbeziehungen mit dem Osmanischen Reich, das mit der Eroberung Konstantinopels 1453 zum Niedergang des Byzantinischen Reiches beigetragen und sich damit endgültig als Großmacht etabliert hatte. In dieser Zeit war nicht nur die Präsenz von osmanischen Kaufmannsleuten in der Handelsmetropole Venedig ein durchaus vertrautes Bild, sondern auch die Anwesenheit osteuropäischer Händler auf den wichtigsten osmanischen Umschlagplätzen. Während aus Russland vornehmlich Pelze, Leder und Waffen in das Osmanische Reich eingeführt wurden, gelangten umgekehrt osmanische Textilien in den russischen Besitz, wo sie u. a. zu liturgischen Messgewändern umgearbeitet wurden. Auch das Seidenfragment mit seinem charakteristischen Dekor aus Achtpass-Stern-Kartuschen mit eingeschriebenen Blüten gehörte zu den begehrten Importstoffen des Ostens. Auf dem Fragment lassen sich heute noch Spuren von gestickten Streifen in Form von griechischen Kreuzen erkennen - ein Beleg für die unorthodoxe Art, islamisches Formengut nicht als Widerspruch zum Dekor einer christlichen Kasel zu empfinden. In Polen begann man bereits im 17. Jahrhundert mit der eigenen Produktion. Seidenstoffe, die sich heute im Kloster- und Kirchenschatz Polens, Bosnien und Herzegowinas sowie Kroatiens befinden, lassen sich entsprechend kaum von osmanischen Geweben unterscheiden. Darstellungen von der Gottesmutter mit dem Jesuskind erweiterten das osmanische Repertoire an Ornamenten in orthodoxen Kirchen - dagegen präsentierten sich diese auf den Bildwerken römisch-katholischer Kirchen auf anatolischen Teppichen aus Uşak, die als »Lotto«-, »Holbein«- oder »Memling«-Teppiche berühmt wurden. Literatur: Schoole Mostafawy, Samt und Seide: ein begehrtes Handelsgut auf dem Balkan. In: Badisches Landesmuseum Karlsruhe. 100 Objekte - 100 Geschichten. Dem Fremden im Eigenen auf der Spur, hrsg. vom Badischen Landesmuseum, bearb. von Schoole Mostafawy, Karlsruhe 2014, S. 22, Kat. 10; Ariane Dor, Die Sammlung islamischer Textilien des Badischen Landesmuseums Karlsruhe, 2 Bde., Masterabschlussarbeit [unveröffentlicht 2011].
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