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Vase mit Gänsen

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P O Die Vase ist aus einem hellen Porzellanscherben modelliert. Eine Zylinderform weitet sich sanft zu einer Balusterform. Die kurze betonte Schulter schwingt zu einem geschweiften Halsring mit einer kurzen Lippe aus. In kobaltblauer Unterglasurmalerei unter einer transparenten, farblosen Glasur breitet sich ein Ausschnitt der Natur mit Vögeln und Insekten aus. Zwei Gänse sitzen im Schatten eines Bambusbaums. Am Fuß und an der Schulter begrenzt eine schmale Bordüre mit stilisierten Wellen und Ranken in feinem Ritzdekor die Szene. Entlang der Mündung reihen sich angeschnittene Blätter eines Bambus, der Langlebigkeit symbolisiert. Die Vase gehört zur Gattung der »Blau-Weiß-Ware«. Diese Gattung ist vielleicht der bekannteste Beleg für einen weltweiten Kulturtransfer. Das hierfür benötigte Farb- bzw. Oxidpigment Kobaltblau und seine Verwendung als Glasurfarbe zu Dekorationszwecken lassen sich zunächst im Alten Ägypten und im Alten Persien nachweisen. Über viele Jahrhunderte galt die »Smalte« (gepulvertes Kobaltglas) - im 19. Jahrhundert auch unter der Bezeichnung »Muhammedanisch Blau« geführt - als Exportschlager und wurde weltweit teurer als Gold gehandelt. Nachdem der Farbstoff in China bekannt geworden war, wurde er zur Bemalung von Porzellan eingesetzt. Im 14. Jahrhundert erlebte die Produktion des chinesischen Blau-Weiß-Porzellans ihren ersten Höhepunkt. Von hier aus gelangte sie in andere Gebiete Ostasiens wie Japan, nach Persien, ins Osmanische Reich und schließlich nach Europa, wo sie das Porzellan-Kabinett von Herrschern und Fürstenhöfen unterschiedlicher Kultur und Religionszugehörigkeit schmückte. Die Ware mit ihrem charakteristischen Dekor wurde nicht nur in diverse Reiche exportiert, sondern auch massenhaft imitiert, sei es in Porzellan, Fayence oder Steingut. So bildet das chinesische Blau-Weiß-Porzellan für die Geschichte des europäischen und »außereuropäischen« Kunsthandwerks eine durchgängige Konstante, das bis heute nichts von seiner Faszination eingebüßt hat. Die Vase war Teil einer umfangreichen Porzellansammlung, die dem Eigentümer Dr. Ernst Gallinek aus Baden-Baden ns-verfolgungsbedingt und damit unrechtmäßig entzogen worden war. Nach der Restitution der Sammlung erwarb das Badische Landesmuseum die Porzellanvase rechtmäßig von der Erbengemeinschaft des Voreigentümers. Literatur: WeltKultur / Global Culture. Führer durch die kulturgeschichtliche Abteilung, hrsg. vom Badischen Landesmuseum, Karlsruhe 2014, S. 81.
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