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Barbiepuppe »Razanne The Muslim Doll«

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P O Bei der in ihrer Originalverpackung eingeschweißten Puppe mit dem Namen »Razanne« handelt es sich um eine Variante der amerikanischen Barbie- und arabischen Modepuppe »Fulla«. Auf der Verpackung finden sich Angaben wie Herstellungsort (China) und Vertrieb (NoorArt. Inc. Redford USA) sowie das Herstellungsdatum (2000). Die Puppe »Fulla« wurde im Jahr 2003 von dem syrischen Unternehmen »NewBoy Design Studio« in Damaskus für den islamischen Markt geschaffen und wird in China hergestellt. Im Unterschied zu ihrem US-Vorbild trägt Fulla islamisch züchtige Kleidung wie die Abaya mit Mantel und Kopftuch. »Razanne« gehört zu jenen Puppen, die für den weniger konservativen Markt in Ägypten und Jordanien produziert wurden. Accessoires wie Schmuck, Handtasche und Sportschuhe zählen zu ihren Ausstattungsstücken. Teil der Originalverpackung ist auch ein Heftchen, dass mit dem Titel »Eid Mubarak« das Ende von Ramadan verkündet und die Beschenkte zum »Zuckerfest« beglückwünscht. Im Gegenzug zur westlich imaginierten Haremsdame bildete sich im Orient des 19. Jahrhunderts das Bild der westlichen Frau heraus. Beiderseits wurden verdrängte sexuelle Fantasien auf die fremde Weiblichkeit projiziert. Im Austausch gegenseitiger Vorurteile etablierten sich Bilder und Vorstellungen von der Orientalin und der Okzidentalin. Auch heute dient der »rückständigen« Muslimin die europäische »Feministin« bzw. der »freizügigen« westlichen Frau die »züchtige« Muslimin als Gegenbild. Dessen ungeachtet hat sich weltweit ein Schönheitsideal deutlich westlichen Anstrichs durchgesetzt: blond, kleine Nase, große Kulleraugen. Puppen, kosmetische Artikel und Schönheitsoperationen sorgen auf ihre Weise weltweit für die Uniformität von Gesichtern - seien sie aus Plastik oder aus Fleisch und Blut. Literatur: WeltKultur / Global Culture. Führer durch die kulturgeschichtliche Abteilung, hrsg. vom Badischen Landesmuseum, Karlsruhe 2014, S. 49, Abb. 38.
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